Dossier Südkoreas Autobranche trumpft auf
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Südkoreas Autohersteller verstärken nach einem erfolgreichen Jahr 2005 ihren Angriff auf den Weltmarkt. Für dieses Jahr plant der größte Hersteller des Landes, die Hyundai Motor Group mit den Marken Hyundai und Kia, den Pkw-Absatz um 16 Prozent auf 4,12 Millionen Fahrzeuge zu steigern.Das kündigten die Schwestermarken am Montag an. Der anvisierte Zuwachs liegt weit über dem erwarteten Wachstum des Weltmarktes, das für 2006 je nach Studie zwischen 1,7 Prozent und 2,0 Prozent für Pkw angegeben wird.Topmanager der Branche halten die Ziele für realistisch. In einer Studie der Beratungsfirma KPMG erwarten Automanager, dass südkoreanische Marken in diesem Jahr am aussichtsreichsten sind, wenn es darum geht, Marktanteile zu gewinnen. 79 Prozent der 140 befragten Manager sehen südkoreanische Marken im kommenden Jahr als Gewinner. Damit übertreffen die Südkoreaner die Konkurrenz aus China, die auf 77 Prozent kommt. An dritter Stelle landen Anbieter aus Japan mit 65 Prozent. "Für europäische Marken sind die Erwartungen gemischt und lassen keine eindeutige Aussage erkennen", schreibt KPMG.Hoffnungsmarkt USAAnalysten erwarten, dass Hyundai vor allem in den USA Gas gibt. Dort trifft der Konzern auf eine schwer angeschlagene einheimische Autoindustrie. "Hyundai Motor konzentriert sich darauf, vor allem die Präsenz in den USA zu erhöhen", sagt Kim Hag-ju, Analyst von Samsung Securities, der Nachrichtenagentur Bloomberg. In Europa könnten vor allem Volumenhersteller wie Opel, Ford oder Volkswagen unter dem Druck der Koreaner leiden. Im Premiumsegment, wo sich Audi, BMW oder Mercedes tummeln, haben Japaner und Koreaner bislang noch nicht richtig Fuß gefasst.Vor den Südkoreanern hatten bereits die japanischen Hersteller Toyota und Honda mit ehrgeizigen Wachstumsplänen für Aufsehen gesorgt. Toyota schickt sich dabei an, in diesem Jahr die Position als weltgrößter Autoproduzent von General Motors (GM) zu übernehmen.Der Erfolg der Asiaten beruht vor allem auf schlanker Produktion, die trotzdem gute Qualität hervorbringt. Während beispielsweise Toyota und Hyundai im Jahr 2006 Milliarden investieren wollen, um ihre Produktion zu erhöhen, kämpfen Ford, General Motors, Mercedes oder VW mit Überkapazitäten und streichen Jobs.Milliardenausgaben geplantHyundai steigerte den Fahrzeugabsatz 2005 im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 2,53 Millionen Stück. In dieser Zahl sind auch Nutzfahrzeuge enthalten. Knapp zwei Millionen Fahrzeuge wurden im Ausland verkauft. Kia konnte um 13,9 Prozent auf insgesamt 1,26 Millionen Fahrzeuge zulegen.In diesem Jahr wollen die Schwestermarken gemeinsam 4,12 Millionen Pkw weltweit verkaufen. Als Umsatz der Gruppe, zu der auch Autozulieferer gehören, sind umgerechnet knapp 84 Mrd. Euro anvisiert. Bis 2010 will die Hyundai-Gruppe die Produktionskapazität auf bis zu 6,5 Millionen Fahrzeuge aufstocken. Zum Vergleich: DaimlerChrysler lieferte 2004 etwa vier Millionen Pkw aus.Um die Ziele zu erreichen, plant Hyundai allein 2006 Ausgaben von umgerechnet über 7 Mrd. Euro für Werbung und für neue Fabriken in China und Tschechien. Marketing soll das Image im Westen verbessern. Hyundai ist einer der Hauptsponsoren der anstehenden Fußball-WM.Am Montag konnten auch kleinere südkoreanische Anbieter wie Ssangyong, GM Daewoo oder Renault Samsung Rekordzahlen für 2005 vermelden. GM Daewoo ist eine Gemeinschaftsfirma von General Motors und einheimischen Partnern. Die Firma erhöhte ihren Fahrzeugabsatz gegenüber 2004 um fast 30 Prozent auf 1,16 Millionen Stück. Ssangyong steigerte die Zahl der ins Ausland exportierten Fahrzeuge um 80,5 Prozent auf knapp 67.800 Stück. Die chinesische Shanghai Auto Industry Corporation (SAIC) hält 51 Prozent an Ssangyong. Renault Samsung gehört zu 70 Prozent Renault aus Frankreich und verkaufte 2005 mit knapp 120.000 Fahrzeugen 40 Prozent mehr als 2004. Aus der FTDvom 03.01.2006 © 2006 Financial Times Deutschland, © Illustration: AP
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Wirtschaftlich gesehen ist das echt ne katastrophe...Das gesamte Geld geht nach Asien und bleibt nicht im eigenen Land...Die USA werden in ein debakel steuern wenn dies der fall sein wird...Man bedenke die vielen arbeitslosen die Zulieferbetriebe...etc etc...Naja, wir hier in der Schweiz haben ja eh keine Autoindustrie...Blauäugig...GrussPaladium
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Und selbst, wenn man dächte "ich kauf ein deutsches Auto, dann bleibt das Geld - abzüglich der Produktionskosten im Ausland - hier". ... Denkfehler. Die Konzerne werden auch immer internationaler. Die Überschüsse bekommen z.T. die Investoren, die sind auch weltweit verteilt, und Konzerne mit an sich guten Gewinnen bauen bei uns Arbeitsplätze ab und woanders auf. Also was solls.